Du brauchst eine Website und stehst vor der klassischen Frage: die Website selbst erstellen oder erstellen lassen? Die Baukasten-Werbung verspricht dir eine fertige Homepage in einer Stunde. Webdesigner rufen Preise auf, bei denen du erstmal schlucken musst. Der Baukasten passt zum Testen einer Idee, der Entwickler, sobald die Seite Kunden bringen soll. Am Ende hast du einen Kostenvergleich über fünf Jahre und eine Checkliste, mit der du am Ende weißt, welcher Weg zu dir passt.
Wann der Baukasten die richtige Wahl ist
Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace haben ihre Berechtigung. Es gibt Fälle, in denen ich selbst davon abraten würde, einen Entwickler zu bezahlen:
- Du hast ein Hobbyprojekt, einen Verein oder einen privaten Blog ohne kommerzielles Ziel.
- Du willst eine Geschäftsidee erst testen, bevor du Geld in die Hand nimmst.
- Dein Startbudget liegt unter 500 Euro. Für das Geld bekommst du keinen brauchbaren Webdesigner, wohl aber zwei Jahre Baukasten.
- Die Website ist eine reine Visitenkarte und deine Kunden kommen sowieso über Empfehlungen.
- Du brauchst die Seite nur befristet, etwa für ein Event oder eine Hochzeit.
Preislich liegst du bei einem Tarif mit eigener Domain und ohne Fremdwerbung je nach Anbieter zwischen 12 und 30 Euro im Monat. Wix Light kostet rund 13 Euro, Jimdo startet bei etwa 11 Euro, Squarespace bei rund 17 Euro. Die kostenlosen Tarife kannst du für ein Geschäft vergessen: Dort läuft Werbung des Anbieters auf deiner Seite und deine Adresse lautet deinname.wixsite.com. Das wirkt auf Kunden wie ein Provisorium, weil es eins ist.
Wo Wix, Jimdo und Squarespace an ihre Grenzen kommen
Sobald die Website Kunden bringen soll, zeigen sich die Schwächen. Fünf Punkte solltest du kennen, bevor du dich für Jahre festlegst:
- Design von der Stange: Dein Template nutzen tausende andere Firmen auch. Besucher können das selten benennen, aber sie spüren es. Die Seite sieht aus wie viele andere und bleibt nicht hängen.
- Ladezeit: Baukasten-Seiten schleppen viel Technik-Ballast mit, den du nicht abschalten kannst. Mobile Ladezeiten von 3 bis 5 Sekunden sind normal, im Google PageSpeed Test landen viele Wix-Seiten bei 30 bis 60 von 100 Punkten. Das kostet Besucher und drückt bei Google Ads den Qualitätsfaktor, du zahlst also mehr pro Klick.
- SEO-Limits: Titel, Beschreibungen und URLs kannst du pflegen, an die technische Basis kommst du nicht ran. Für die lokale Suche in einer Nische reicht das oft. Wer in einer umkämpften Branche vorn stehen will, stößt an eine Decke, die sich nicht verschieben lässt. Mehr dazu unter SEO.
- Abhängigkeit vom Anbieter: Einen Export gibt es nicht. Deine Wix-Seite kannst du nicht zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Kündigst du, ist die Seite weg. Erhöht der Anbieter die Preise, zahlst du oder fängst von vorn an.
- Kosten ohne Ende: Die Monatsgebühr läuft, solange die Seite existiert. Es gibt keinen Punkt, an dem dir die Website gehört.
Die Zeitwahrheit: Was der Baukasten an Abenden kostet
"Website in einer Stunde" ist Marketing. In einer Stunde hast du ein Template ausgesucht und deinen Firmennamen eingetragen. Danach fängt die Arbeit an: Texte schreiben, Fotos suchen und zuschneiden, Farben anpassen, die mobile Ansicht reparieren, Impressum und Datenschutzerklärung einbauen.
Realistisch brauchst du als Laie für eine brauchbare erste Version 20 bis 40 Stunden. Das sind vier bis acht Wochenenden oder ein Monat voller Feierabende. Und danach ist nicht Schluss: Jede Änderung, jedes neue Foto, jede Preisanpassung machst du künftig selbst.
Rechne das in Geld um. Wenn deine Arbeitsstunde als Selbstständiger 40 Euro wert ist, kostet dich der "kostenlose" Aufbau 800 bis 1.600 Euro an Zeit, die du nicht mit Kunden verbringst. Der Baukasten ist nicht gratis, du bezahlst nur in einer anderen Währung.
Was ein Entwickler anders macht
Die Frage "Wix oder Webdesigner" klingt nach hübscher oder weniger hübscher Optik. Der eigentliche Unterschied liegt unter der Haube:
- Die Seite besteht aus schlankem Code ohne Baukasten-Ballast und lädt in unter einer Sekunde statt in vier.
- Das Design entsteht für dein Geschäft. Du passt nicht dein Geschäft dem Template an.
- Technische SEO-Grundlagen wie korrekte Struktur, schnelle Ladezeit und strukturierte Daten sind von Anfang an eingebaut.
- Code, Domain und Inhalte gehören dir. Du kannst Hosting und Betreuer jederzeit wechseln.
- Die Seite wächst mit: Terminbuchung, Anfrageformulare mit Anbindung an eine CRM-Automatisierung, später ein Kundenbereich. Beim Baukasten endest du an den Grenzen des Anbieters.
Zu den Kosten: Für Kleinunternehmer liegt ein Onepager je nach Umfang bei 800 bis 1.500 Euro, eine Website mit vier bis sechs Unterseiten bei 1.500 bis 3.500 Euro. Dazu kommen Hosting und Domain für 5 bis 15 Euro im Monat. Was in so einem Projekt steckt, siehst du unter Webdesign. Dein eigener Aufwand: ein Gespräch, Material liefern, zweimal Feedback geben. In Summe drei bis fünf Stunden.
Gesamtkosten über 5 Jahre: die Rechnung
Jetzt der Teil, den viele Vergleiche weglassen. Hier die Rechnung für eine typische Kleinunternehmer-Website: Baukasten mit brauchbarem Tarif für 25 Euro im Monat gegen einen Entwickler mit 2.500 Euro Projektpreis.
| Posten | Baukasten | Webdesigner |
|---|---|---|
| Erstellung | 0 Euro | 2.500 Euro einmalig |
| Laufende Kosten pro Jahr | 300 Euro | 120 bis 180 Euro |
| Gesamt nach 3 Jahren | 900 Euro | ca. 2.950 Euro |
| Gesamt nach 5 Jahren | 1.500 Euro | ca. 3.250 Euro |
| Deine Arbeitszeit | 30 bis 60 Stunden plus laufende Pflege | 3 bis 5 Stunden |
Ehrlich gerechnet bleibt der Baukasten in reinen Euro auch nach fünf Jahren vorn. Das Bild dreht sich, sobald du zwei Dinge einrechnest: deine Arbeitszeit (30 Stunden zu 40 Euro sind 1.200 Euro) und das, was die Seite einbringt. Wenn eine schnellere, besser auffindbare Seite dir nur einen zusätzlichen Auftrag pro Quartal bringt, hat sie sich im ersten Jahr bezahlt gemacht. Umgekehrt gilt: Eine Website, die keine Anfragen bringt, ist auch für 15 Euro im Monat zu teuer.
Entscheidungshilfe: die Checkliste
Geh die Punkte durch und zähl mit, wo du öfter nickst.
Nimm den Baukasten, wenn:
- die Website privat ist oder ein Experiment
- dein Budget unter 500 Euro liegt
- du Zeit übrig hast und gern selbst bastelst
- Kunden dich sowieso über Empfehlungen finden
- du in einem Jahr vielleicht etwas ganz anderes machst
Geh zum Webdesigner, wenn:
- die Website Anfragen und Kunden bringen soll
- du bei Google gegen lokale Konkurrenz antrittst
- deine Zeit in dein Geschäft gehört, nicht in Website-Bastelei
- du einen eigenen Auftritt willst statt ein Template
- die Seite mitwachsen soll, etwa mit Buchung, Kundenbereich oder Shop
Wenn beide Listen gleich oft treffen: Starte mit dem Baukasten und wechsle, sobald die Seite Geld verdienen soll. Plane den Wechsel aber als Neubau ein. Mitnehmen kannst du nur deine Texte, Bilder und die Domain.
Mein Fazit als Entwickler
Der Baukasten ist ein gutes Werkzeug für den Start und für alles, was kein Geld verdienen muss. Für ein Geschäft, das über die Website Kunden gewinnen will, ist er auf Dauer meist die teurere Lösung. Der Preis versteckt sich nur in deiner Zeit und in entgangenen Anfragen.
Ich bin Reza Kandi, Entwickler aus Essen, und baue unter der Marke Codebase24 Websites für Kleinunternehmer, remote und auf Deutsch oder Englisch. Wenn du unsicher bist, welcher Weg für dich passt, schreib mir kurz per WhatsApp. Ich sage dir auch dann offen meine Einschätzung, wenn der Baukasten für deinen Fall reicht.
Häufige Fragen
Kann ich meine Wix-Seite später zu einem Webdesigner mitnehmen?
Nein, einen technischen Export gibt es nicht. Texte, Bilder und deine Domain kannst du mitnehmen, die Seite selbst wird neu gebaut. Plane den Umstieg deshalb als Neubau mit den üblichen Kosten ein. Fertige Inhalte beschleunigen den Neubau aber deutlich.
Was kostet eine Website vom Webdesigner für Kleinunternehmer?
Ein Onepager liegt je nach Umfang bei 800 bis 1.500 Euro, eine Website mit vier bis sechs Unterseiten bei 1.500 bis 3.500 Euro. Dazu kommen 5 bis 15 Euro im Monat für Hosting und Domain. Vorsicht bei Angeboten weit darunter, dort bekommst du meist nur ein Template mit deinem Logo.
Ist ein Baukasten schlecht für Google?
Nicht automatisch. Für die lokale Suche in einer Nische kann eine gepflegte Baukasten-Seite ausreichen, die Grundlagen wie Titel und Beschreibungen lassen sich pflegen. In umkämpften Branchen limitieren dich Ladezeit und der fehlende Zugriff auf die Technik. Dann verlierst du gegen schnellere, technisch bessere Seiten.
Wie lange dauert eine Website vom Entwickler?
Für eine Kleinunternehmer-Website rechne mit zwei bis vier Wochen ab Auftrag. Dein eigener Aufwand liegt bei drei bis fünf Stunden für Briefing, Material und Feedback. Der häufigste Bremsklotz sind übrigens fehlende Texte und Fotos, nicht die Technik.
Kurzer Weg statt langer Recherche
Schreib mir, was du vorhast, und du bekommst eine klare Einschätzung mit Preisspanne. Meist noch am selben Tag.
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